Herbergssuche in Landsberg

Lieber Leserinnen, liebe Leser,

die vergebliche Suche von Maria und Josef nach einer Unterkunft in Bethlehem vor der Geburt Jesu Christi wird uns jedes Jahr von Neuem vor Augen geführt, so auch am gestrigen Heiligen Abend.

Auch bei uns gibt es Herbergssuchen. Im Rahmen meiner Reihe „Spaziergänge“ habe ich den syrischen Flüchtling Omran Al Dairi, dessen Frau und zwei Kinder in einigen Wochen zu uns kommen, auf der Suche nach einer Wohnung begleitet.

Der Beitrag erscheint in der gedruckten Ausgabe des KREISBOTEN am Mittwoch. Ich würde mich freuen, wenn Sie sich die Zeit nähmen, die Reportage zu lesen. Einen Vorabdruck finden Sie hier, in der Online-Version.

Ich wünsche Ihnen ein frohes, geruhsames und friedvolles Weihnachtsfest!

Werner Lauff

Advertisements

In eigener Sache

Der landsbergblog versucht, mit Recherchen, Interviews, Analysen und Kommentaren einen Beitrag zur lokalen Meinungsbildung in unserer Stadt zu leisten. Nicht weniger, aber auch nicht mehr. Unsere Arbeit erfolgt unentgeltlich und in der Freizeit neben hauptberuflicher Tätigkeit. Der Blog ist eine Ergänzung zu anderen Medien. Er ist auch ein Beispiel dafür, dass Publizieren insbesondere auf lokaler Ebene heute leichter möglich ist als je zuvor.

Manchmal steht eine Woche lang nichts im Blog. Das hat entweder den Grund, dass in dieser Zeit nichts geschah, was uns thematisch interessant erschien. Oder es gibt diese Pause, weil wir aus beruflichen Gründen nicht vor Ort sein konnten oder zu sehr eingespannt waren. Die landsbergblog-Leser können damit offenbar gut leben. Viele lassen sich über neue Artikel per E-Mail informieren und stellen so sicher, dass sie nichts „verpassen“.

Unsere Zeit wird aber zunehmend dadurch in Anspruch genommen, dass wir in den Dialog mit Kommentatoren und Kritikern von Kommentatoren treten müssen. Bislang war unser Maßstab das Strafrecht. Außerdem prüften wir, ob jemand durch Behauptungen oder Meinungsäußerungen in Kommentaren möglicherweise in seinen Rechten verletzt wird, nicht zuletzt im Hinblick auf Schadensersatz. Schon das macht eine Menge Arbeit. Wir können Kommentare ja nicht einfach ändern, sondern müssen um Änderungen bitten. Hinzu kommt, dass wir es auch mit Täuschungsversuchen zu tun haben. Zwar erlauben wir nach außen „anonyme“ Kommentare, aber wir wollen intern stets wissen, wer der Absender ist – also prüfen wir IP- und Mail-Adressen auf Korrektheit.

Inzwischen sind die Anforderungen, die an uns gestellt werden, weitaus höher geworden. Der Wunsch lautet nicht nur, „extreme“ Meinungen auszufiltern – das machen wir ohnehin -, sondern auch noch Prämissen zu prüfen, die mit Meinungen einher gehen. Das liegt schon zeitlich außerhalb unserer Möglichkeiten. Selbst große Medien haben diesen Versuch aufgegeben. Viele Zeitungen und Zeitschriften – unter anderem der SPIEGEL – haben die Kommentarfunktion daher komplett oder bei bestimmten Themen (insbesondere beim Thema „Flüchtlinge“) abgeschaltet.

Der landsbergblog unterscheidet sich von einer Facebook-Gruppe oder einem WhatsApp-Kanal durch eine vollkommen unterschiedliche Ausrichtung. Wir wollen sowohl inhaltlich wie auch stilistisch durchgängige Qualität bieten. Wir schildern den Hintergrund, die Motive, die Historie, die Strategien. Um diesem Anspruch zu genügen, werden wir uns ab heute auf diese Aufgabe konzentrieren. Mehr schaffen wir zeitlich nicht. Wir schalten die Kommentarfunktion daher bis zum Ende des Jahres komplett ab, egal um welches Thema es sich handelt. Danach sehen wir weiter.

Nach wie vor sind wir daran interessiert, mit Ihnen zu kommunizieren. Wir sind dankbar für Einsprüche, Fehlerberichtigungen und Anregungen; wir werden sie in unsere redaktionelle Arbeit aufnehmen. Schreiben Sie uns, wenn Sie meinen, etwas habe im Blog gefehlt oder habe da nicht hingehört (so einen Fall hatten wir gerade). Bitte machen Sie auch weiterhin von „Landsberg rot-gelb-grün“ Gebrauch, die Funktion wird intensiv genutzt und ist Ausgangspunkt mancher Recherche. Wir hoffen, dass Sie uns treu bleiben – auch wenn Sie sicherlich einen Aspekt vermissen werden. Aber: Diskurs ergibt sich aus dem Spektrum an Meinungen über alle Medien und Plattformen hinweg. Wir können nur einen kleinen Teil dazu beitragen. Und nur im Rahmen unserer Möglichkeiten.

Die Grenzen des Ehrenamts

Da hat sich der DGB-Kreisverband ein heikles Thema vorgenommen. Er fragt

am Donnerstag, dem 26. November, um 19:00 Uhr im „Il Lago di Garda“
Kann das Ehrenamt auf Dauer die Integration der Flüchtlinge bewältigen?

Auf dem Podium diskutieren Ludwig Hartmann, MdL (Grüne), Vilgertshofens Bürgermeister Dr. Albert Thurner (SPD) und Johannes Moeske (Bayerisches Rotes Kreuz). Moderator ist Werner Lauff.

Die Veranstaltung ist öffentlich; eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Im Mittelpunkt sollen drei aufeinander aufbauende Fragen stehen:

  • Was ist Integration? Auf wen soll sich Integration beziehen – ab welchem „Grad“ des Bleiberechts? Welche (staatlichen, gesellschaftlichen, wirtschaftlichen …) Maßnahmen gehören zu dieser Integration? Wann sollte Integration beginnen?
    In welchem Zeitraum sollte Integration erreicht sein?
  • Welche Beiträge hat das Ehrenamt dazu bisher geleistet? Welche der bisher stattgefundenen Maßnahmen tragen besonders zum Ziel „Integration“ bei? Welche Arten von Betreuung müssen verstärkt werden? Welche Probleme sind aufgetreten? Wo sind Grenzen erreicht?
  • Welche Aufgaben müssen daher hauptamtlich übernommen werden? Von wem? Welche Koordination ist notwendig – einmal im Sinne einer Verzahnung zwischen Haupt- und Ehrenamt, zum anderen aber auch innerhalb des Ehrenamts?

Anmerkungen im Vorfeld nimmt der landsbergblog unter info@landsbergblog.info gerne entgegen.

Zeigen Sie, was Bayern kann

Die bayerischen Kommunen bekommen in Sachen Flüchtlinge und Asyl zu wenig Hilfe vom Freistaat. Dessen Ministerpräsident ist anderweitig beschäftigt. Statt eines Kommentars: Ein offener Brief an Horst Seehofer (CSU)

Sehr geehrter Herr Ministerpräsident,

seit Wochen sind die Medien voll von ultimativen Forderungen, die Sie an die Bundesregierung und die CDU/CSU-Fraktion im Deutschen Bundestag stellen. Ihr Name steht inzwischen für eine laute und nahezu vernichtende Kritik an den derzeitigen Maßnahmen zur Bewältigung der Flüchtlingskrise.

Die Bindung der bayerischen Bevölkerung zur CSU wird damit ohne Zweifel verstärkt. Ihre polarisierende Argumentation treibt aber die Bürger anderer Bundesländer in die Hände radikaler Organisationen und rechtsorientierter Parteien. Sie, Herr Ministerpräsident, wollen die Wertegemeinschaft schützen. Dafür nehmen Sie einen Rechtsruck in Kauf und setzen demokratische Werte aufs Spiel.

Wir könnten die Massivität Ihres medialen Auftretens noch verstehen, wenn es Ihnen dadurch gelänge, etwas durchzusetzen, was Koalitionspartner und Schwesterparteien einfach nur nicht erkannt hätten. Aber die Aussicht darauf ist gering; Ihren Forderungen stehen Argumente entgegen, Mehrheiten sind nicht in Sicht.

Sicher ist auch das Politik: etwas stetig zu fordern und in einer „splendid isolation“ damit zu scheitern. Das ist parteiintern identitätsstiftend und schafft nach außen ein klares Image. Aber die Grenze ist erreicht, wenn eine solche Haltung das Vertrauen in politische Handlungsfähigkeit zerstört, die Unlösbarkeit eines Problems suggeriert und das Chaos prognostiziert.

Dabei stimmen Sie doch mit vielen Auffassungen überein, die die politischen Parteien vertreten:

  • Deutschland ist kein Einwanderungsland – und wenn es ein Einwanderungsgesetz gäbe, stünde darin der Grundsatz: Einreise erst nach Einladung.
  • Wer keinen Anspruch auf Asyl, Flüchtlingsstatus oder subsidiären Schutz hat, muss wieder ausreisen.
  • Die Bundesländer müssen Flüchtlinge entsprechend ihrer Bevölkerungszahl aufnehmen; sie können nicht einfach das Ende ihrer Leistungsfähigkeit fingieren.
  • Die Mitgliedsstaaten der EU können nicht die wirtschaftlichen Vorteile der Gemeinschaft mitnehmen, bei der Übernahme von Lasten aber zurückschrecken.
  • Wir müssen dazu beitragen, Bürgerkriege, Terror und Verfolgung in den Ländern zu beenden, in denen sie auftreten.

Dies sind nur einige der Leitlinien, bei denen die bayerische Staatskanzlei und das Berliner Kanzleramt keine unterschiedlichen Meinungen haben.

Auch die von Bayern vorgeschlagene Maßnahme, Personen, die mit einiger Wahrscheinlichkeit Anspruch auf Asyl, Flüchtlingsstatus oder subsidiären Schutz haben, in anderen Erstaufnahmeeinrichtungen unterzubringen als diejenigen, für die das nicht zutrifft, hat breite Akzeptanz gefunden.

Deswegen wäre es hilfreich, wenn Sie Ihre Energie dafür einsetzen würden, dass diese Ziele auch erreicht werden. Es ist ja nicht so, dass Sie keine Mitverantwortung tragen. Die EU macht ihre Politik nicht ohne Einfluss aus Bayern. Die bestehenden Asylgesetze sind auch von den Ländern für gut befunden worden. Die geringe Abschiebungsquote, die lange Verfahrensdauer – all das, was die Flüchtlingswelle befördert hat, war auch Ihnen bekannt. Sie haben sich aber darauf verlassen, dass eine Völkerwanderung dieses Ausmaßes nicht stattfindet. Sie haben sich damit ebenso getäuscht wie unsere Botschaften und Dienste, denen die Bildung von Schlepperorganisationen sowie die Vorbereitungen zur Flucht hunderttausender Menschen offenbar verborgen geblieben sind.

Dass es zulässig ist, nun auf deutschem Staatsgebiet künstliche juristische Gebilde im Form von umzäunten Lagern zu schaffen, die mit Schildern „Hier ist nicht Deutschland“ als extraterritorial gekennzeichnet werden, und in denen folglich das Grundgesetz nicht gilt, wagen wir zu bezweifeln.

Sie müssten im Übrigen von den Nachbarländern aus gefüllt werden, denn wer einmal auf deutschem Boden ist, kann nicht gegen seinen Willen ins rechtliche Nichts transportiert werden. Wer verhindern will, dass Flüchtlinge kurz vor Erreichen der Hier-ist-nicht-Deutschland-Camps die Busse oder Pfade verlassen und andere Wege suchen, muss tatsächlich dann auch einen tausende Kilometer langen Grenzzaun schaffen und Tag und Nacht mit einer neuen Armee von Grenzschützern bewachen. Ist Ihnen nicht selbst klar, wie weit Sie damit von realistischen Maßnahmen entfernt sind?

Herr Ministerpräsident, ändern Sie Ihre Flüchtlingspolitik! Machen Sie mit der Bundesregierung und anderen Ländern zusammen Druck auf die EU und die Bundesländer mit Weigerungshaltung – hätte Bayern als größter Beitragszahler in Brüssel und beim Länderfinanzausgleich nicht ein gewichtiges Wort mitzureden? Setzen Sie sich für Strukturen ein, die schnelle Prüfungen ermöglichen – mit raschen Abschiebungen der einen und schnell beginnenden integrationsmaßnahmen für die anderen. Und helfen Sie mit, die politische Lage in den Herkunftsländern so zu verbessern, dass eine Rückkehr dorthin möglich wird.

Aber schüren Sie nicht länger Angst! Und fallen Sie nicht denen in den Rücken, die in Ämtern oder als Ehrenamtler zur Integration der Flüchtlinge beitragen – sie müssen sich in diesen Tagen nämlich schon rechtfertigen, warum sie das überhaupt tun. Dabei wäre ihr Engagementverzicht die größte Katastrophe, die Sie bewirken können. Angst verhindert Integration. Nicht-Integration produziert – dann vielleicht sogar zu Recht – Angst.

Herr Ministerpräsident, bitte kümmern Sie sich!

Kümmern Sie sich darum, wieso es unendlich lange dauert, bis eine Liegenschaft des Freistaats zur Asylbewerberunterkunft umgebaut ist. Kümmern Sie sich um die Grundstücke, die Ihre Administration nicht zur Bebauung frei gibt. Kümmern Sie sich um eine Erweiterung der Personal- und Finanzausstattung der Landkreise und kreisfreien Städte. Verbessern Sie die Rahmenbedingungen für die Errichtung von Unterkünften. Ermöglichen Sie die professionellere Organisation des Ehrenamts. Erhöhen Sie die Zahl der Sozialbetreuer. Beleben Sie den sozialen Wohnungsbau. Räumen Sie auf mit bürokratischen Hindernissen – von der Störerhaftung über Probleme mit Versicherungen bis hin zu Wartezeiten auf Sprachkurse.

Zeigen Sie, was Bayern kann.

Mit freundlichen Grüßen
Werner Lauff

Zündler und Mafiosi

Wir geben ja zu, wir sind hin- und hergerissen. Viele Kommentare im landsbergblog ergänzen unsere Beiträge sehr sinnvoll. Andere erscheinen uns zuweilen weniger fundiert. Manchmal stellen wir fest, dass ein und derselbe Verfasser mal Kommentare der ersten und mal der zweiten Kategorie schreibt. Aber wir bleiben dabei, dass wir keine Zensur ausüben. Wir filtern lediglich Kommentare mit unbewiesenen Tatsachenbehauptungen aus sowie solche, die Haftungsansprüche Dritter hervorrufen könnten. Und natürlich würden wir keine radikalen Inhalte verbreiten.

Daher haben wir auch mit skeptischen oder sorgenvollen Anmerkungen zum Thema Asyl kein Problem. landsbergblog-Leser Herbert Schneider hatte zur Asyl-Broschüre der Stadt geschrieben: „Wo sollen denn all die notwendigen Helfer und menschenwürdigen Unterkünfte noch herkommen, die in naher Zukunft benötigt werden? Da werden inzwischen wieder Stacheldrahtzäune gebaut…. Hoffentlich habe ich mit meiner pessimistischen Annahme Unrecht, und diese Aktion löst tatsächlich eine noch weitere Hilfsbereitschaft aus. Dann werde ich mich an dieser Stelle für meinen Unglauben in aller Form entschuldigen! Ihnen Herr Stadtrat Handtrack danke ich für Ihre ehrenamtliche Arbeit als Referent für ausländische Mitbürger und Asylbewerber. Ihren Mut möchte ich haben …“

In der aktuellen Ausgabe kommentiert nun der „Lechhansl“ des KREISBOTEN, so langsam scheine es dem ein oder anderen etwas zu viel mit Hilfsbereitschaft zu werden. Das offen zu sagen, sei wohl schwierig – da versuche man’s dann notfalls „über Bande“ im lokalen Internet-Blog. Wie man die Angst vor den Fremden unters Volk bringe, zeige ein Kommentator, den der KREISBOTE als „Zündler“ bezeichnet. Er betreibe Xenophobie durch die Hintertür. Wörtlich heißt es dann: „Er ‚dankt‘ Stadtrat Jost Handtrack für dessen Engagement für die Flüchtlinge und scheut sich nicht, mit dem Satz zu schließen: ‚Ihren Mut möchte ich haben.‘ In Mafia-Prozessen in Süditalien hören das Kronzeugen nur wenig anders. ‚Ich bewundere Ihren Mut‘ gilt als letzte öffentliche Warnung.“

Zündler? Ausländerfeind? Mafiosi? Wir verwahren uns gegen solche Unterstellungen gegenüber unseren Kommentatoren. Der Vorwurf geht vollständig an dem vorbei, was Herbert Schneider zum Ausdruck gebracht hat.

Wer den landsbergblog in den vergangenen Wochen gelesen hat, der weiß, dass wir in Sachen Asyl klare Positionen bezogen haben – wir waren bei Themen wie „Große Gemeinschaftsunterkunft“ und der Nutzung des Offiziersheims eher skeptisch, haben auf die Probleme am Anfang und am Ende des Asylverfahrens hingewiesen und versuchen mit viel Informationen und Hintergrund zur Versachlichung der Diskussion beizutragen sowie zu ehrenamtlichen Engagement zu ermutigen.

Wir behandeln das Thema differenziert. Und deswegen – trotz guter Zusammenarbeit im Allgemeinen – an dieser Stelle auch vom KREISBOTEN klar distanziert.

Die Ruethenfest-Reporter

RR1

Von links nach rechts: Fotograf Jannik Läkamp und Redakteurin Laura Kopp, Redakteurin Janet Iroezi und Fotografin Melia Weltzien sowie Redakteurin Emma Flessner und Fotograf Konstantin Schaller. Foto: Robert Klinger.

Das sind die sechs jungen Redakteure und Fotografen, die Sie im landsbergblog mit Reportagen und Bildern vom Ruethenfest versorgen werden. Nach einer intensiven journalistischen Einführung sind sie ab jetzt auf der Suche nach ihren Themen und Momenten, die sie frei und ohne Vorgaben wählen können. Und der landsbergblog verspricht: Was sie schicken, wird auch publiziert.

Die Idee die dahinter steckt, ist einfach, aber ungewöhnlich: Indem wir junge Menschen suchen, die über das Ruethenfest berichten, tun wir etwas für die journalistische Nachwuchsförderung und schaffen gleichzeitig eine Plattform für neue „jugendliche“ Sichten auf das Landsberger Kinderfest. Damit trafen wir offensichtlich auf Interesse: Die angesprochene Zielgruppe, Schülerinnen und Schüler zwischen 14 und 18, ließ sich jedenfalls nicht lange bitten. Eine Kombination aus Auswahl- und Losverfahren führte dann zur Bildung von drei Reporterteams. Und die haben jetzt den „Generalschlüssel“ zum Ruethenfest in Händen.

Dazu trägt maßgeblich der Ruethenfestverein bei, der die Idee spontan begrüßt und die sechs „Journalisten auf Zeit“ bereits mit offiziellen Presseausweisen ausgestattet hat: „Junge Presse landsbergblog“. Viele Ehrenamtliche und Mitwirkende werden die Redakteurinnen am Hauptwochenende, aber auch schon davor, persönlich kennen lernen – weil sie neugierig Fragen stellen und darum bitten werden, hinter die Kulissen schauen zu dürfen. Und die drei Fotografinnen und Fotografen sind schon jetzt dabei, sich in Festzugrouten und Stelzer-Choreografie einzuarbeiten, um die besten Standorte für eindrucksvolle Bilder zu finden.

Doch vor der Praxis war am Samstag die Vermittlung von Tipps, Tricks und Hintergrundwissen angesagt. Dafür sorgten Ruethenfest-Sprecherin Ingeborg Egger, Profi-Fotograf Robert Klinger und landsbergblog-Herausgeber Werner Lauff mit Referaten und Übungen. Der Crash-Kurs für die Ruethenfest-Reporter fand mit Unterstützung des Kreisverbands Landsberg des Bayerischen Roten Kreuzes statt. Themen waren unter anderem Hinweise zur Motivwahl und zur anschaulichen Reportage. Auch die organisatorischen Herausforderungen von der TÜV-Abnahme der Festwagen bis zur Absperrung der Innenstadt standen auf dem Stundenplan.

Alle Texte und Fotos der Ruethenfest-Reporter werden im landsbergblog namentlich gekennzeichnet.

Landsberg: 5.214

Auf vielfachen Wunsch können Sie alle Beiträge, die seit Februar 2012 im landsbergblog erschienen sind, jetzt auch in Form eines E-Books herunterladen und lokal speichern. Das Buch im PDF-Format ist durchsuchbar und hat ein Inhaltsverzeichnis. Nur ausdrucken sollten Sie es nicht: Die 1.271 Artikel und Fotos summieren sich nämlich zu 1.333 Druckseiten.

Den Downloadlink auf die 23 MB große Datei finden Sie im Servicebereich (auf dem PC rechts, auf mobilen Geräten am Fuß der Seite). Die Datei ist allerdings nicht fehlerfrei – die Software Blogbooker, die die Blogbeiträge bündelt, hat Schwierigkeiten mit Anführungszeichen und ersetzt sie zuweilen durch andere Buchstaben. Natürlich können Sie auch weiterhin den Blog online durchsuchen (auf allen Geräten ganz oben rechts) und sogar die einzelnen Online-Suchen in Ihrem Browser bookmarken.

Die Volltext-Suche in der PDF-Version hat freilich gegenüber der Online-Suche einige Vorteile. Zum Beispiel zählt der PDF-Reader die Fundstellen. Das führt dann auch für uns zu ganz neuen Erkenntnissen, zum Beispiel der, dass Oberbürgermeister Mathias Neuner 522 mal im Blog vorkommt. SPD-Fraktionschef Dieter Völkel verzeichnet 70 Nennungen, Jost Handtrack (Die Grünen) 100. Und die Stadt Landsberg erwähnten wir 5.214 mal.

Nachwuchsjournalisten gesucht!

Der landbergblog sucht Schülerinnen und Schüler zwischen 14 und 18 Jahren, die sich für die Arbeit als Journalisten interessieren. Sie erhalten die Möglichkeit, die Berichterstattung des landsbergblogs über das Ruethenfest vom 17. bis 26. Juli 2015 komplett zu übernehmen.

Dazu bilden wir drei Teams aus Redakteur(in) und Fotograf(in). Die Zweier-Teams erhalten vom Ruethenfestverein Presseausweise und können wie ihre etablierten Kollegen aus Presse, Hörfunk und Fernsehen Pressekonferenzen wahrnehmen, Interviews führen und aus nächster Nähe Fotos machen. Welches Team welche Termine abdeckt, wird vorher in einer Redaktionskonferenz entschieden. Alle Beiträge und Fotos werden im landbergblog publiziert.

Zuvor erhalten die jungen Nachwuchsjournalisten Einführungen in die Themen „Reportage“ und „Pressefotografie“. Tutoren sind landbergblog-Herausgeber Werner Lauff und der Landsberger Fotograf Robert Klinger, der auch Bildbände und Kalender über die Lechstadt publiziert. Außerdem besuchen alle drei Teams die Ausstellung über die Geschichte des Ruethenfests und erhalten eine Einführung in das Geschehen in der Festwoche und am Hauptwochenende.

Abschließend gibt es dann eine Redaktionskonferenz, bei der Bilanz gezogen wird. Jeder Teilnehmer bekommt eine individuelle Mappe mit seinen Berichten oder Fotos und der Bestätigung über das absolvierte Praktikum – was sicher nicht unbeachtet bleibt, wenn wirklich einmal eine Bewerbung für ein Volontariat in einem Medienunternehmen in Frage kommt.

Wer Lust hat, teilzunehmen, sendet zunächst (bis zum 10. Juni) eine formlose E-Mail an info@landsbergblog.info. Wir schicken dann weitere Angaben über das Bewerbungsverfahren zurück. Nur so viel sei verraten: Es wird ein spannendes „Casting“ geben!

Mit Worten und Werten

von Beate und Werner Lauff

Man könnte sagen: An Tagen wie diesen steht Persönliches im Vordergrund; Politisches kann warten. So ganz richtig ist das nicht. Politik ist die gemeinsame Gestaltung unseres Lebensumfelds. Die Tage der Freude und Besinnung, die nun bevorstehen, geben Anlass, den an dieser Gestaltung Mitwirkenden zu danken. Und die Rück- und Ausblicke, die wir rund um den Jahreswechsel vornehmen, sind ohne Berücksichtigung der Perspektiven vor Ort nur fragmentarisch.

Unser Dank gilt vor allem den vielen Landsberger Bürgern, die sich ehrenamtlich engagieren. Sie sind die stillen Helden unserer Zeit. Ob sie bei der Altenpflege oder der Jugendarbeit, in der Kirche oder beim Sport helfend tätig sind: Sie üben Verantwortung aus. Sie handeln mit Fürsorge und Herzlichkeit. Sie formen unsere Stadtgesellschaft. Wir möchten in diesen Dank auch die ebenfalls ehrenamtlich tätigen Mitglieder des Landsberger Stadtrats einschließen – sie haben 2014 unter erschwerten Bedingungen mit großem Arbeitsaufwand viele Probleme gelöst.

Für Landsberg wird 2015 ein gutes Jahr. Der Lechhang wird instand gesetzt. Das Herkomer-Anwesen wird saniert. Die Parkgebührensenkung wird wirksam. Die Umgestaltung am Papierbach beginnt. Die neue Mittelschule bekommt Gestalt. Die Innenstadt rückt weiter in den Fokus. Auch finanziell gesehen geht es bergauf. Die Grundstücksverkäufe im Frauenwald und am Lechrain führen zu Liquidität. Das Gewerbesteueraufkommen steigt. Die Ausgaben sind endlich ermittelt – und wir halten sie im Griff.

Aber man kann auch noch ein Stück grundsätzlicher werden: Wir haben in Landsberg sehr erfolgreiche Unternehmen, wir sind in einer attraktiven geographischen Lage, wir leben in einer wunderschönen Stadt. Es geht uns gut. Angesichts einer solchen Ausgangslage kann es nicht in Frage stehen, dass wir den Menschen helfen, die jetzt Not leidend zu uns kommen. Die damit verbundene Mühe ist nichts im Vergleich zu den Herausforderungen, die unsere Eltern und Großeltern bewältigen mussten.

Wir werden auch 2015 nicht alle einer Meinung sein. Das gilt für Menschen wie für Medien; kein Blatt und kein Blog kann die Realität abschließend beschreiben. Offen zu Tage tretende Meinungsunterschiede sind die beste Voraussetzung für eine lebendige Stadt. Erhalten wir uns im kommenden Jahr diese Kultur der Auseinandersetzung mit Worten und hinterlegen wir sie immer wieder mit Werten.

Verantwortung ausüben, engagiert sein, die Stadtgesellschaft mit Fürsorge und Herzlichkeit ein Stück weit mit formen: Das wäre eine nicht unwesentliche Ergänzung zu allen persönlichen Wünschen, Plänen und Vorsätzen, die Sie in diesen Tagen bilden. Sie dürfen nämlich auch zu Weihnachten und Silvester ein ganz klein wenig politisch sein. Es wäre sogar richtig schön.

In diesem Sinne: Wir wünschen Ihnen ein frohes Fest!

Freilich will ich

freilich

Am Samstag, dem 18. Oktober, heißt es beim ersten Freiwilligentag im Landkreis Landsberg am Lech: „Freilich Will Ich“ Unter der Schirmherrschaft von Landrat Thomas Eichinger können „Schnupper-Ehrenamtler“ aus 17 unterschiedlichen Projekten auswählen und ihre Talente ausprobieren. Auch der landsbergblog ist bei dieser Aktion dabei.

Bürgerinnen und Bürger haben an diesem Tag die Möglichkeit, mit Institutionen, Einrichtungen, Vereinen und Projekten in Kontakt zu kommen. Das Besondere dabei sei, dass es sich um einen kurzfristigen, unverbindlichen Einsatz handele, der zu nichts verpflichte, aber eine wertvolle und nachhaltige Erfahrung sein könne, teilt das Landratsamt in einer Presseerklärung mit.

Zehn Einrichtungen bieten 17 unterschiedliche Projekte aus den Bereichen Soziales, Umwelt und Kultur an und laden zwischen 10 und 16 Uhr ein, gemeinsam mit anderen Freiwilligen aktiv zu werden. Alle Projekte können auf einer speziellen Webseite der k.e.b. eingesehen werden. Anmeldungen seien ab sofort über die Website oder unter 08191-129478 möglich.

Bereits jetzt hätten sich Interessenten gemeldet. Eine Mädchenfußballmannschaft sei dabei und eine Jugendgruppe der Pfadfinder, aber auch interessierte Büger. “Wir brauchen aber trotzdem noch viele Mitstreiterinnen und Mitstreiter, Einzelpersonen, aber auch Schulklassen oder Belegschaften”, sagt Katrin Dyballa, die die “Koordinierungsstelle Engagierter Bürger” im Landratsamt leitet. In Amerika sei es schon lange so, dass Firmen ihre Mitarbeiter an einem Tag im Jahr für ehrenamtliche Aufgaben freistellen. “Vielleicht kommen wir irgendwann auch dahin.” Ehrenamt sei nicht nur Arbeit, es macht auch Spaß. Wer sich engagiere, könne auch für sich eine tiefe Zufriedenheit daraus ziehen.

Besondere Erfahrungen bei der Betreuung seien nicht erforderlich. In erster Linie komme es darauf an, sich einbringen zu wollen. “Irgendwas kann jeder”, so Katrin Dyballa, “zum Beispiel Aufräumen oder eine Kaffeetafel eindecken”. Die teilnehmenden Einrichtungen würden dafür sorgen, dass es vor Ort für die Ehrenamtlichen eine fachliche Anleitung gibt und etwa notwendiges Material vorhanden ist. Man könne beispielsweise dabei helfen, eine Kleiderkammer zu einer Lounge-Boutique umzugestalten, auf einer der artenreichsten Blumenwiesen das Heu zu rechen, oder unter fachkundiger Anleitung Ideen für einen Kurzfilm zu entwickeln.

Alle Beteiligten seien ab 18 Uhr ins Landratsamt eingeladen, um sich abschließend in geselliger Runde auszutauschen und erste Eindrücke auf der Leinwand zu verfolgen.