Nichts wie hin

Der Blumenladen im Klostereck ist seit Weihnachten 2017 geschlossen. Die Fresken werden 2019 saniert. Bis dahin stehe der Raum im Rahmen „klassischer Förderung der Kultur“ zur Verfügung, als „Plattform für Kreative“, sagte Claudia Flörke, einem LT-Bericht zufolge, beim Pressetermin.

Uns fiel auf: Die Leiterin der Abteilung „Kultur und Bildung“ der Stadt holte dabei weit aus. Jedes zehnte Unternehmen in der Stadt Landsberg sei dem Bereich „Kultur- und Kreativwirtschaft“ zuzuordnen, berichtete sie. Bundesweit erbringe dieser Sektor eine Bruttowertschöpfung von jährlich 98,8 Milliarden Euro, doppelt so viel wie die chemische Industrie und fast so viel wie der Maschinenbau.

Da soll noch einer sagen, die Abteilung „Kultur und Bildung“ sei nur für das Kulturbüro, das Stadttheater, die Bücherei, die VHS, die Museen und das Tourismusbüro zuständig. Weit gefehlt: Hier ist ein riesiger ökonomischer Bereich verortet. Schafft man das denn mit dem vorhandenen Personal?

Aber egal: Das Klostereck ist nun eine Plattform für Kreative aus der Kultur- und Kreativwirtschaft. Dort werden wir künftig also auch Architekten, Designer, Verleger, öffentlich-rechtliche Rundfunkjournalisten, Schriftsteller, Radiomacher, Zeitungsleute, TV-Produzenten, Computerspiel-Entwickler, Filmverleiher, Public Relation Manager und Mitarbeiter von Werbeagenturen treffen.

Die werden sagen: Genau das brauchten wir. Auf ins Klostereck! Nichts wie hin!

Übrigens: Nicht zum Kreis der Kultur- und Kreativwirtschaft zählen Unternehmen oder Einrichtungen, „die sich weitgehend nicht über den Markt finanzieren, sondern durch öffentliche Finanzierung getragen und gefördert werden“, definiert die Bundesregierung. Die müssen leider draußen bleiben.

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