„Er nahm das Pech in Kauf“

Landsberg / Augsburg. Geht es nach Staatsanwältin Simone Bader, dann muss Manfred Schilcher für zwei Jahre und vier Monate ins Gefängnis. Diese Strafe, die nicht zur Bewährung ausgesetzt werden kann und den Totalverlust der Beamtenpension der ehemalige Landsberger Kämmerers nach sich zöge, hat sie am Ende ihres Plädoyers am Montag beantragt. Die Verteidiger Joachim Feller und Dr. Silke Ackermann sind nun mit ihrer Replik am Freitag am Zug.

Simone Bader hat profunde Derivate-Kenntnis, Manfred Schilcher nicht. Das ist das ganze Dilemma. Bader sagt: „Wir haben es mit einer komplexen Materie im oberen Bereich der juristischen hohen Schule zu tun“. Und sie lässt erkennen, dass sie von einem Kämmerer, der sich auf Derivate einlässt, einen vorderen Tabellenplatz in dieser Spitzenliga der Jurisprudenz erwartet.

Manfred Schilcher aber, sagt sie, hatte wohl „kein Verständnis für diese Produkte“, hat „die Sache vielleicht überhaupt nicht umrissen“. Er habe „beste Absichten“ gehabt, aber nicht „bestes Wissen“. Der Verwaltungsfachmann Schilcher, der sich von der Realschule mit Fleiß und Glück hochgearbeitet hat, sei zwar ein überparteilich geschätzter Mann mit beachtlicher Lebensleistung. Aber um das Rechtsthema Derivate hätte Schilcher einen großen Bogen machen sollen. Er habe „die Perfidität dieser Geschäfte“ nicht erkannt.

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