Re statt De

Jetzt haben auch die Bayerische Staatsregierung und die CSU-Fraktion die Themen „Mehr Innenentwicklung“ und „Weniger Flächenfraß“ erkannt.

Das vor 14 Jahren ausgerufene „Bündnis für Flächensparen“ habe nicht viel bewirkt, sagte der Vorsitzende des Wirtschaftsausschusses im Landtag, Erwin Huber (CSU) heute gegenüber dem Bayerischen Rundfunk. Zum Beispiel gebe es zu viele Parkflächen – Tiefgaragen oder Parken auf den Dächern seien Alternativen. Nun sucht Huber den „Schulterschluss mit den Gemeinden“.

Ebenso wie Umweltministerin Ulrike Scharf (CSU), die sich vorstellen kann, Anreize anzubieten, alte Flächen frei zu machen: „Innenentwicklung vor Außenentwicklung“, postuliert sie.

Auch Noch-Heimatminister Markus Söder (CSU) ist dafür: Es gelte, „Anreize zu setzen, dass mehr in Dörfern, dass mehr in den Innenstädten Flächen genutzt (werden), die schon vorhanden sind. … Anreize für Kommunen und für Bürger vor Ort zu investieren sind besser als auf die grüne Wiese zu bauen.“

Noch-Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) hatte schon Ende Oktober im Münchner Merkur erklärt, die Staatsregierung arbeite an einem Konzept zur Reduzierung des Flächenfraßes. Es gehe um eine „Re-Vitalisierung der Ortskerne“.

Da sollte Landrat Thomas Eichinger (CSU) gut zuhören. Wir jedenfalls lernen:

Es ist (erstens) nicht abwegig, wenn die Stadt Landsberg den Neubau eines Landratsamts auf einer Agrarfläche außerhalb des Zentrums in Frage stellt und allenfalls im Rahmen der gesamten Flächennutzungsplanung verwirklichen will.

Es ist (zweitens) durchaus zulässig, die Verlagerung des Landratsamts oder großer Teile davon in den Osten als De- und nicht als Re-Vitalisierung zu begreifen und sie daher kritisch zu betrachten.

Und es ist (drittens) keineswegs unerheblich, wie die Pläne des neuen Landratsamts denn konkret aussehen, insbesondere im Hinblick auf die Flächennutzung für oberirdische Parkplätze.

Übrigens, post scriptum: Dass diese ganzen Einsichten erst geäußert werden, nachdem Ludwig Hartmann (MdL, Grüne) sein Volksbegehren zum Eindämmen der Betonflut gestartet hat – ist das Zufall?

Advertisements