@landsbergblog

Vielleicht haben Sie es irgendwo gelesen: Bei Twitter sind jetzt 280 Zeichen erlaubt; das ist doppelt so viel wie bisher. Für einen journalistischen und kommentierenden Blog wie unseren ist diese Erweiterung sinnvoll. Nur wenige Themen lassen sich in einem einzigen Satz vermitteln.

Daher twittern wir seit einigen Tagen wieder.

Wir twittern wieder, so wie wir es 2012 schon einmal gemacht haben. Unser Name „landsbergblog“ ist der gleiche wie damals. Wenn Sie also ab und zu, zwischen den Beiträgen, kleine Anmerkungen und Hinweise des landsbergblog lesen wollen, dann nehmen Sie doch eine der beiden Möglichkeiten wahr:

  • Sind Sie Twitter-Nutzer, folgen Sie in Twitter „landsbergblog“.
  • Sind Sie kein Twitter-Nutzer und wollen es auch nicht werden,
    gehen Sie auf die Seite https://twitter.com/landsbergblog.

Alle diejenigen, die sich mit Twitter schon auskennen oder gerade „Teufelszeug“ rufen, die verabschieden wir an dieser Stelle. Für diejenige, die mehr wissen wollen, haben wir ein kleines Tutorial geschrieben. Es richtet sich an alle, die nicht viel über Twitter wissen, aber vielleicht immer schon etwas mehr darüber wissen wollten. Sie finden das Tutorial, wenn Sie auf „weiterlesen“ klicken.

Twitter ist ein Dienst, in dem jedermann Nachrichten in Form von kurzen Texten, Fotos und Videos publizieren kann. Sie entscheiden, was Sie davon sehen wollen,

  • indem Sie gezielt Personen „folgen“, also deren Tweets abonnieren,
  • indem Sie gezielt ein Thema verfolgen, vor allem über einen #Hashtag
  • oder indem Sie gezielt nach Begriffen suchen.

@Namen

Zur ersten Option. Personen haben einen Namen, der mit @beginnt. Beispiel: „EmmanuelMacron“, „BSchweinsteiger“, „MathiasNeuner“. Es kann sich auch um die Namen von Firmen oder Institutionen handeln wie „BR_Oberbayern“, „DELO_Klebstoffe“ oder „RATIONAL_AG“. Oder von Diensten wie „landsbergblog“. Setzen Sie in all diesen Fällen ein @ davor – wir können das hier nicht tun, weil WordPress daraus Links macht.

Sie finden diese Namen über die Twitter-Suche. Wenn Sie auf die Fundstelle klicken, „folgen“ Sie der Person oder Institution mit einem Klick; dann erhalten Sie „live“ alle Mitteilungen aus dieser Quelle automatisch in Ihrer „Timeline“. Aber aufgepasst: Wählen Sie zu viele Quellen aus, dann kann es sein, dass die Mitteilungen nur so durchrauschen und Wichtiges schon nach unten gerutscht ist, bevor Sie reinschauen. Also: eine Auswahl treffen!

Sie erhalten diese Informationen natürlich auf allen Endgeräten, auf denen Sie Twitter installieren. Die meisten Nutzer verwenden das Smartphone dazu.

#Hashtags

Zum zweiten: Fast alle Tweets enthalten „Hashtags“, die mit einem # beginnen. Einen Hashtag können Sie frei erfinden. Besser ist allerdings, es gibt einen vorgegebenen Hashtag. Spielt zum Beispiel der FCA gegen den FCB, ist der Hashtag #FCAFCB. Nehmen Sie an der Weltklimaschutzkonferenz teil, lautet der Hashtag #COP23. Schauen Sie am Sonntag Abend einen „Tatort“, verwenden Sie als Hashtag #Tatort. Auf Groß- oder Kleinschreibung kommt es übrigens in allen Fällen nicht an.

Bleiben wir beim Beispiel „Tatort“. Wenn Sie am „second screen“, meist also Ihrem Smartphone, wissen wollen, was die anderen Zuschauer von diesem „Tatort“ halten, suchen Sie einfach nach #Tatort und Sie erhalten fortlaufend alle Kommentare dazu. Natürlich können Sie auch selbst mit diesem Hashtag twittern, zum Beispiel „Ich finde, der #Tatort sollte wieder realistischer werden.“ Das lesen dann alle anderen, die nach #Tatort suchen.

An dieser Stelle müssen Sie wissen, dass Suchergebnisse immer wieder ergänzt werden. Es ist nicht wie bei Google: Dort suchen Sie und bekommen eine Liste, die stehen bleibt, bis Sie eine neue Suche auslösen. Bei Twitter ist eine Suche so, als würden Sie einen Fernsehkanal einschalten. Die älteste Nachricht rutscht dann nach unten, die neueste kommt oben dazu.

Hashtags sind besonders hilfreich, wenn es um aktuelle Ereignisse geht. Wollen Sie beispielsweise „live“ etwas miterleben, sei das nun ein Kongress des Journalistenverbandes (#DJV17), die Auswirkungen eines Hurricanes in Florida (zum Beispiel #irmahurricane“) oder ein Konzert von Andrea Bocelli in der Waldbühne (#BocelliWaldbühne), mit Hilfe des Hashtags erhalten Sie dazu laufend Videos, Fotos und Informationen.

Ein Tweet kann übrigens mehrere Hashtags enthalten. Wie in diesem Beispiel:

Freie Suche

Die dritte Möglichkeit besteht in der völlig freien Suche. Nehmen wir an, Sie wollen sich über das Netzwerkdurchsetzungsgesetz informieren. Dann geben Sie dieses Wort (ohne #) einfach als Suchbegriff ein und Sie erhalten alls Tweets, die dieses Wort enthalten. Nicht nur die aktuellen, sondern auch zurückliegende. Da viele Tweets auch Links enthalten, können Sie so sehr schnell Artikel und Kommentare im Netz finden. Mit einer einzigen Suche stoßen Sie meist schon auf alle wichtigen Quellen.

Wann Twitter nützlich ist

Also, wann ist Twitter für Sie eine nützliche „Lektüre“?

  • Wenn Sie dauerhaft ein bestimmtes Thema verfolgen wollen (#Mobilität, #Inklusion, #Baurecht)
  • wenn Sie die Mitteilungen bestimmter Informationsanbieter interessieren (MathiasNeuner, StadtLandsberg, landsbergblog)
  • wenn Sie ein aktuelles Ereignis live mitverfolgen wollen, das es nicht im Fernsehen gibt (#MT17 = Münchener Medientage 2017)
  • wenn Sie sich in ein Thema einarbeiten wollen (wie in unserem Beispiel mit dem Netzwerkdurchsetzungsgesetz).

Natürlich werden Sie im letzten Fall zunächst an eine Google-Suche denken. Aber Achtung: Twitter findet auch Quellen, die Google nur sehr nachrangig einordnen würde. Nehmen wir an, ein Student hat gerade in seinem noch jungen Blog einen Artikel über das Netzwerkdurchsetzungsgesetz geschrieben. Er hat dann einen Tweet dazu abgesetzt: „Meine Gedanken zum #Netzwerkdurchsetzungsgesetz in meinem neuen Blogartikel unter http://…“. Oder jemand anderes hat auf diesen Artikel verlinkt: „Instruktiver Artikel zum #Netzwerkdurchsetzungsgesetz unter http:// …). Das alles würde Google so schnell nicht finden, jedenfalls nicht auf den ersten Seiten der Ergebnisse anzeigen. Bei Twitter finden Sie daher auch nützlichen Inhalt, der nicht Mainstream ist.

Selbst publizieren

In all diesen Fällen können Sie natürlich auch selbst publizieren. Sie können einen neuen Tweet absetzen: „Unser #Baurecht müsste dringend reformiert werde, denn …“.
Sie können auf einen Tweet antworten: „Was @EmmanuelMacron geschrieben hat, ist vollkommen falsch. Man darf ja nicht vergessen, dass …“

Sie können aber auch einen Tweet einfach nur retweeten, dann bekommen Ihre Follower diesen Tweet auch. Durch Retweeten findet eine Erweiterung des Adressatenkreises statt.

In diesem Beispiel haben wir einen Tweet von ehret + klein retweetet. Was bewirkt das?

Ein simples Beispiel: Sie sind Posaunist. Sie abonnieren die Tweets anderer Posaunisten und suchen zusätzlich permanent nach #Posaune. Sie selbst twittern auch, aber mehr über das Bauhandwerk. Ihnen folgen vor allem Interessierte aus dem Bausektor. Nun sehen Sie in Ihrer Timeline einen Tweet von @Posaunenschule: „Tolles Konzert mit ganz viel #Posaunen auf dem Weihnachtsmarkt in Landsberg.“ Retweeten Sie das, bekommen alle „Ihre“ Bauschaffenden das mit. Das heißt: Sie reichen eine Information aus dem Kreis „Posaune“ in den Kreis „Bau“ weiter.

Retweets gibt es in der Form des Retweetens mit einem Klick, dann wird die Originalmitteilung einfach noch einmal ausgesendet (wie im Beispiel oben), nur diesmal an Ihre Follower. Sie können aber auch den Ursprungstweet zitieren und eigene Anmerkungen hinzufügen.

Ist aller Anfang schwer?

Nein, denn selbst wenn Sie noch keinen einzigen Follower haben, werden Ihre Tweets gelesen, und zwar von allen, die zu Ihrem Tweet über einen Hashtag oder eine Suche kommen. Nehmen wir an, Ihr erster Tweet lautet: „Spiele ab morgen #Posaune“. Dann lesen das alle, die #Posaune spielen und danach suchen.

Das unterscheidet Twitter von Facebook und WhatsApp. Beides sind Dienste, die eine Community („Freunde“, „Gruppe“) abdecken oder entstehen lassen sollen; im Vordergrund steht Beziehungspflege zu Bekannten, Kollegen oder Fans. Twitter ist hingegen inhaltlich orientiert und wendet sich auch an völlig Unbekannte, die Interesse an einer Person oder einem Thema haben. Insofern steht Twitter in Verwandtschaft zum RSS-Feed, bei Audio und Video zum Podcast. Es ist aber viel einfacher, zu twittern als eine der anderen Möglichkeiten zu nutzen.

Aber, wie gesagt: Twitter ist auch bei rein passiver Nutzung („Lektüre“) ein spannendes, hochaktuelles Medium.

Versuchen Sie es mal: Gehen Sie auf twitter.com, suchen Sie sich einen Nutzernamen aus, geben Sie ihre E-Mail-Adresse an, folgen Sie landsbergblog, suchen Sie nach #Hashtags und schauen Sie erst einmal zu, wie das da alles so abläuft. Zu empfehlen ist, nach dem Registrieren auf https://tweetdeck.twitter.com zu gehen – da gibt es eine tolle Oberfläche, quasi Ihr Twitter-Regiepult.

Es ist risikolos: Sie haben ja noch niemandem gesagt, dass Sie jetzt bei Twitter sind. Sie brauchen auch keine Freunde zu akquirieren, damit sich Ihre Timeline füllt. Und an der Kommunikation irgendwelcher Gruppenmitglieder müssen Sie auch nicht teilhaben.
Wenn Sie keine Lust mehr haben, machen Sie einfach Ihren Browser zu und vergessen das Ganze. Abmelden müssen Sie sich nicht. Sie sind dann nur Besitzer eines der Millionen schlafenden Accounts, die es bei Twitter gibt. Also: Nur Mut. Sie werden von Twitter profitieren, auch wenn Sie den Dienst nur passiv nutzen. Viel Spaß dabei!

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