Keine Abstimmung

Die Stadtwerke Landsberg teilen mit, dass schon 2.000 Voten zur künftigen Gestaltung des Inselbades eingegangen seien. Dabei läuft die Aktion noch bis zum 10. September. Ein Erfolg.

Allerdings müssen wir noch ein wenig an den Begrifflichkeiten arbeiten. Ist das eine „Abstimung“ wie es in der Presseerklärung gleich fünfmal heißt? Geht es hier um eine „Stimmabgabe“, wie zweimal hinzugefügt wird?

Nein, sicher nicht. Schon deswegen, weil häufige Besucher des Bades mehrfach votieren können. Im Internet ist es sogar möglich, die Umfrage immer wieder zu beantworten und abzusenden; man muss nur Cookies umgehen oder löschen.

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Vier geöffnete Fenster mit der Startseite zur Umfrage. Screenshot: landsbergblog

Eine Abstimmung – eine Willenserklärung zur Beschlussfassung – setzt auch viel tiefer gehende Informationen voraus. Ein paar Bilder und Stichworte reichen nicht.

Was bedeutet beispielsweise beim „Familien- und Sportbad“ der Nachteil „weniger Öffentlichkeitswirksamkeit“, eigenständig platziert neben dem Nachteil „insgesamt gleichbleibende Besucherzahlen“. Ist das nicht im Ergebnis das Gleiche, nur zweimal formuliert?

Sind die drei Vorteile des Spass-Bads „Zieht Besucher aus nah und fern an / hohe Öffentlichkeitswirksamkeit / Attraktion im Landkreis“ nicht der gleiche Aspekt, nur dreimal ausgedrückt?

Wieso werden nur bei zwei der vier Varianten „Standards durch die Modernisierung verbessert“? Soll denn bei den anderen Varianten nichts in Sachen Umkleidekabinen, Duschen, Schränke und Toiletten geschehen?

Und kann man wirklich abstimmen, ohne zu wissen, welche Konsequenzen die jeweilige Variante für die Eintrittspreise und die Fortsetzung der bisherigen individuellen Badnutzung hat?

Nein, die Umfrage kann allenfalls eine Tendenz hervorbringen. Die Sache ist nicht reif zur „Abstimmung“ oder „Stimmabgabe“. Das wäre Pseudo-Bürgerbeteiligung. Erst wenn die Pläne konkretisiert und mit Zahlen hinterlegt sind, kann die tatsächliche Beteiligung beginnen. Wie das funktionieren kann, hat man an den Beispielen Hauptplatz und Urbanes Leben am Papierbach gesehen.

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