Die Nachricht aus dem Nichts

Am 28. Juni überraschte das Landsberger Tagblatt (LT) mit der Mitteilung, die Bundeswehr erwäge, in Penzing dreizehn Airbus A400M zu stationieren. 

Wir kennen uns ein wenig mit den aktuellen Planungen zum Fliegerhorst Penzing aus. Unser Informationsstand ist: In Penzing war und ist eine „Stillstandswartung“ geplant, also bis auf Weiteres ein Fliegerhorst ohne Flugzeuge. Nicht ganz unwahrscheinlich ist, dass das Gelände doch noch alsbald einer zivilen Nachnutzung zugeführt werden kann; das steht allerdings noch nicht fest. Aber die Stationierung von A400M war unseres Wissens nach in Penzing nie geplant. Die Örtlichkeiten sind zu klein, die Infrastruktur ist nicht ausreichend. Und unter Vollast auf 600 Meter Höhe mit einem A400M auf der Penzinger Startbahn abzuheben, wäre sportlich.

Wir fragten uns einen Moment, ob wir die Geschichte des LT nachrecherchieren sollten. Die Telefonnummern der Pressestelle des Bundesverteidigungsministeriums und des Presse- und Informationszentrums der Luftwaffe sind in unseren Smartphones gespeichert. Sollen wir anrufen oder blamieren wir uns?

Wir riefen nicht an. Schon der Wortlaut des LT-Beitrags machte das deutlich. Da ist von „befassten Kreisen“ die Rede, die eine Information aus einer nichtöffentlichen Sitzung gegeben haben sollen, aus der hervorgehe, dass „offenbar“ eine „Weichenstellung“ erfolgt sei, die dazu führe, dass „offenbar“ auch der Fliegerhorst Penzing „im Gespräch“ sei. Zweimal „offenbar“, einmal irgendwelche „Kreise“, einmal „im Gespräch“ – das reicht nun wirklich aus, um den Verdacht auf eine Nullnummer aufkommen zu lassen.

Nicht-LT-Journalisten waren sich schnell einig: Das ist eine Nachricht aus dem Nichts. Und damit nichts für uns.

Heute löst das LT die Geschichte glücklicherweise auf.

Ach wie gut, dass sich in Berlin doch noch ein Militärexperte gefunden hat, der „unserer Zeitung“ etwas erläutert hat. Auch wenn er keinen Namen hat.

Nun haben wir recherchiert, wie es denn zu der Fehlmeldung des LT kommen konnte. Hier ist das Ergebnis unserer Nachforschungen:

Wie aus gut informierten Kreisen bekannt wurde, ist offenbar nach außen gedrungen, dass im Gespräch war, dass die erste Meldung des LT offenbar aufgrund der Weichenstellung erfolgt ist, die Achtung der Leser vor der Leistung des Blattes zu steigern. 

Das stimmt natürlich nicht. Wir machen gerade eine Satire draus. Kopf hoch, Kollegen, die Schmach ist nur temporär. Nächste Woche zitieren wir einen Medienexperten, der das alles richtigstellt.

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