Ehrensache

Das Triple in Penzing steht bevor: 60 Jahre LTG 61, der Tag der Bundeswehr, der Abschied aus der Region. Heute gab es einen wunderbaren Anfang: Das ganze Geschwader war dabei, als die Transall, die zur Feier des 10. Juni 2017 eine Sonderlackierung bekam, den Hangar verließ. Sie sieht farbmäßig jetzt fast so aus wie vor 45 Jahren, als sie von VFW Fokker ans LTG ausgeliefert wurde. Silber, monochrom und wirklich majestätisch.

Die Feier hat begonnen. Und gefeiert wird zurecht. Das LTG 61 hat in den vergangenen 60 Jahren eine herausragende Leistung erbracht. Obwohl die Transall maximal für die Mittelstrecke gedacht war, war sie von Penzing aus in der halben Welt unterwegs. Manchmal zur Versorgung der Truppen in El Paso und Südafrika. Oft in humanitärer Funktion, zum Beispiel in Äthiopien. Später dann auch in militärischen Missionen, etwa in Afghanistan. Die Soldaten, die die Flugzeuge auf den Weg brachten, ob im Cockpit oder am Boden, haben dem LTG einen Teil ihres Lebens gewidmet. Sie sind Risiken eingegangen. Sie haben dem Frieden gedient.

Man hätte Verständnis für Resignation. Es ist ja nicht so, dass die Transall zugunsten eines shooting stars der Luftfahrttechnik aufgegeben wird. Werden die Soldaten und Mitarbeiter nicht zu früh in alle Winde zerstreut? Doch bei den Betroffenen ist vor allem konzentrierte Professionalität zu spüren; die Vorbereitung auf den 10. Juni dominiert. Danach geht es Schlag auf Schlag. Am 28. September ist der Flyout. Am 14. Dezember gibt es einen letzten Appell. Er findet auf dem Landsberger Hauptplatz statt. Dann ist Schluss.

Ähnlich professionell ist die Vorbereitung der Nachnutzung. Wieso Nachnutzung? Hat die Bundeswehr nicht beschlossen, den Fliegerhorst zu behalten und ihn der „Stillstandswartung“ zuzuführen? Inzwischen wissen wir, dass hierüber gerade eine Abwägung stattfindet. Was bringt es, den Fliegerhorst zu behalten? Welche Nachteile entstehen dadurch für die Gemeinden ringsum? Um es zu wiederholen: Kasernen ohne Soldaten sind das Schlimmste, was einer Gemeinde passieren kann. Aber es besteht Hoffnung. Wer in Kreisen des Ministeriums genau hinhört, spürt die Erkenntnis, dass der nicht expandierbare Fliegerhorst vielleicht doch besser anderweitig genutzt werden sollte. Oberst Daniel Draken, der Kommodore des LTG 61, stünde dieser zivilen Nutzung nicht im Weg. Ganz im Gegenteil. Sein Engagement über den militärischen Horizont hinaus ist vorbildlich.

Der 10. Juni 2017 ist ein Tag der offenen Tür auf dem Fliegerhorst. Es ist ein Tag, um Flugvorführungen mit der Transall und ihren Vorgängerinnen, Düsenjets (Sie hören sie schon proben) und Hubschraubern zu sehen. Es ist ein Tag, bei dem Sie die Vielfalt der Bundeswehr und der unterstützenden Unternehmen erkennen können. Es ist aber auch ein Tag, um mit Ihrer Teilnahme den Soldaten und Mitarbeitern des LTG 61 eine Ehre zu erweisen. Sagen Sie Dank und nehmen Sie Abschied. 10. Juni? Penzing. Ehrensache.

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Wenn Sie mehr über das Mega-Event am 10. Juni von 9 bis 17 Uhr im Fliegerhorst erfahren wollen, sollten Sie sich in den nächsten drei Wochen die gedruckten Ausgaben des KREISBOTEN besorgen oder das E-Paper online abrufen. Besonders würden wir Ihre Aufmerksamkeit gerne auf die Ausgabe von Mittwoch, dem 31. Mai, richten.

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