Der Sekt bleibt kalt gestellt *

Heute Abend gibt es etwas zu feiern. Stadtrat Jost Handtrack (Grüne) begeht seinen 66. Geburtstag. Und lädt die Kollegen „von seinem Sitzungsgeld“ auf ein oder zwei Bier ins Wirtshaus am Spitalplatz ein. Vermutlich ist der Stadtrat zur Stunde gerade dort.

Eigentlich hätte man dabei auch auf den heute anstehenden Satzungsbeschluss zum Bebauungsplan „Urbanes Leben am Papierbach“ anstoßen können. Die letzte Entscheidung nach zweijähriger intensiver Planung. Der Startschuss für das gesamte Projekt. Investor Michael Ehret war zur Feier des Abends aus Starnberg gekommen. Für morgen früh um 10:30 Uhr war eine Pressekonferenz geplant.

Doch dann haben staatliche Ämter einen Strich durch die Rechnung gemacht. Zum Beispiel das Landratsamt Landsberg, das als „Untere Abfall- und Bodenschutzbehörde“ tätig wurde. Es reichte seine Stellungnahme nicht rechtzeitig ein. Auch das Wasserwirtschaftsamt äußerte sich erst, als es eigentlich zu spät war. Dennoch wollte die Stadtverwaltung die Anmerkungen beider Behörden in die Abwägung aufnehmen. Das hatte zur Folge, dass sie erst heute bei den Stadträten eintraf. *

Sollte jemand etwas gegen das Projekt haben, könnrte er das als Formfehler rügen. Deswegen entschied sich die Verwaltung am Nachmittag, die Abwägungen zwar zu behandeln, die Abstimmung aber auf den 26. April zu verschieben.

Keine Pressekonferenz, kein Startschuss, kein Sekt. Die Planungsphase endet etwas diffus. Dazu trug auch die Bürgergruppe ULP bei, die sich in letzter Minute mit zum Teil arg grundsätzlichen Anmerkungen zu Wort meldete. Dass ausreichend Parkplätze vorzusehen sind und auf die Biotope im Plangebiet Rücksicht genommen werden muss, wusste der Stadtrat nämlich schon.

Einen Vorteil hat das: Jost Handtrack steht heute Abend ungeteilt im Mittelpunkt. Er wird es genießen.

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Zu der verspäteten Einreichung von Stellungnahmen teilt uns das Landratsamt mit, die Stadt Landsberg habe mit E-Mail vom 17. März einer beantragten Fristverlängerung zugestimmt. Sie sei erforderlich geworden, nachdem ein Gutachten in letzter Minute geändert und erst am Tag des Fristablaufs verschickt worden sei.  „Aufgrund der späten Vorlage der Unterlagen konnte die notwendige Abstimmung mit dem Wasserwirtschaftsamt und die Stellungnahme zum Bebauungsplan nicht bis zum ursprünglich gesetzten Termin erfolgen.“ Von nicht rechtzeitig eingereichten Stellungnahmen bzw. Äußerungen, als es eigentlich schon zu spät war, könne also keine Rede sein. – ergänzt am 10.04.17

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