Je nachdem wer fragt

Der landsbergblog war kürzlich zu einem Pressegespräch in der Stadtverwaltung eingeladen. Der Radweg unmittelbar vor dem Gebäude an der Katharinenstraße war nur halb geräumt, der auf der Karolinenbrücke gar nicht. Wir zückten die Handy-Kamera und fragten Verwaltungssprecherin Simone Sedlmayr: Wird das noch gemacht? Oder bleibt das so?

radwege

Wenig später bekamen wir per E-Mail die Antwort: Der Winterdienstplan sehe vor, dass Radwege erst nach den Fahrbahnen und den Gehwegen geräumt werden. Das war eine korrekte Angabe, wie uns der Verkehrsreferent im Stadtrat, Henrik Lüssmann (Grüne), bestätigte. Es gebe in der Tat eine Priorisierung. Das heißt begriffslogisch aber auch, dass die Räumung nachgeholt wird. Die Mitarbeiterzahl des Bauhofs wurde ja extra aufgestockt. Und in der Zeit ohne neuen Schneefall war doch eigentlich Gelegenheit dazu.

In der letzten Stadtratssitzung Mitte Januar fragte Lüssmann, wann die Räumung denn nun erfolge. Wolfgang Neumeier (UBV) ergänzte, es sei ja schon bewundernswert, wie „messerscharf“ der Bauhof die Radwege ausspare. Gestern machte Oberbürgermeister Mathias Neuner in der Stadtratssitzung dazu eine Aussage. Sie lautete sinngemäß, das Problem existiere gar nicht. Und er zitierte eine E-Mail aus dem Landratsamt, in der gelobt werde, wie gut die Stadt Landsberg ihre Radwege räumt. Jeder Radler, aber auch jeder Autofahrer, der sich über Radler auf der Fahrbahn ärgert, weiß: Das war keine korrekte Angabe.

Unterschiedliche Antworten, je nachdem wer fragt. Vielleicht sollten die Stadträte ihre Fragen an die Verwaltung gleich über den landsbergblog stellen. Dann kommt die Antwort früher, schriftlich und ist wenigstens ein bisschen näher an der Realität.

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