Sparkasse Landsberg-Dießen will fusionieren

Die Sparkassen Landsberg-Dießen, Dachau und Fürstenfeldbruck wollen fusionieren. Dies teilten die drei Anstalten des Öffentlichen Rechts am Nachmittag mit. Der Verwaltungsratsvorsitzende der Sparkasse, Oberbürgermeister Mathias Neuner, und der Vorstandsvorsitzende, Thomas Krautwald, erklärten einer Presseerklärung zufolge, niedrige Zinsen, hohe regulatorische Anforderungen, der demographische Wandel sowie die fortschreitende Digitalisierung legten ein gemeinsames Vorgehen nahe. Die Entscheidungen in den Verwaltungsräten, hierzu ein „konkretes Gesamtkonzept“ auszuarbeiten, sei in den drei Verwaltungsräten einstimmig getroffen worden.

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Das ist schon lange her: „Sparkassen geben der Bevölkerung Gelegenheit zur sicheren und verzinslichen Anlegung von Ersparnissen. Sie fördern den Sparsinn der Bevölkerung und den bargeldlosen Zahlungsverkehr. Sie dienen dem örtlichen Kreditbedürfnis.“

Was da (immer noch) in Artikel 2 des Bayerischen Sparkassengesetzes steht, ist längst überholt. Geldanlagen sind kaum noch verzinslich; eher droht der Strafzins für Anleger. Mit Krediten ist seit Jahren kaum noch Geld zu verdienen; langfristige Mittelvergaben können im Hinblick auf irgendwann steigende Zinsen sogar Zeitbomben sein. Der Sparsinn der Bevölkerung ist hinreichend entwickelt; zuweilen bedarf es eher des Konsumanreizes. Girokonten ohne Gebühren sind inzwischen fast nirgendwo mehr zu bekommen. Und bargeldlos ist Zahlungsverkehr nun inzwischen allemal – das haben die Sparkassen (und andere Institute) so durchschlagend gut geschafft, dass 73 Prozent der Internet-Nutzer ihre Bankgeschäfte inzwischen online tätigen.

Die Welt ist anders geworden. In dieser Zeit müssen auch Kunden ihre Präferenzen ändern. Zwar wünschen sich alle eine Sparkasse mit vielen Filialen, hilfreichen örtlichen Mitarbeitern und intensiver Beratung in der Nachbarschaft. Allerdings wohl eher als Option; nur die wenigsten nehmen diese Leistungen tatsächlich in Anspruch. Der wirkliche Wert einer Sparkasse liegt aber darin, dass sie in schwieriger Zeit wettbewerbsfähig bleibt. Selbst „local heroes“ brauchen daher Strukturen, die es ihnen ermöglichen, das, was erarbeitet wurde, langfristig zu sichern. Sonst ist es mit dem „local hero“-Dasein bald vorbei.

Über die jetzt bekannt gegebene Entscheidung in Richtung „Fusion“ ist schon vor einem Jahr berichtet worden, unter anderem im Münchner Merkur. Dass alle drei Institute den Weg nun tatsächlich gehen, ist zu begrüßen. An Strukturen festzuhalten, die nicht zukunftsfähig sind, wäre romantisch, aber nicht hilfreich. Die Player im Finanzbereich sind heute völlig anders aufgestellt als noch vor Jahren. Stehen bleiben ist in diesem Umfeld keine Option.

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